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Richards Tagebücher: I

In dieser kleinen Serie möchte ich die Tagebücher meines Rollenspielcharakters Richard Benjamin Cohan vorstellen. Er ist im Rahmen meiner vergangenen Vampire Rollenspielrunde entstanden:

I

Meine Todesnacht war die schönste meines Lebens und die erste meiner Ewigkeit. Isabelle gab mir zunächst die gewöhnlichen Küsse, die für mich alles andere als gewöhnlich waren…

Dann gab sie mir den Kuss der Nacht, den endlosen Tod. Ihre Tat war sacht, ohne Ankündigung, Warnung, Hast oder Wahl. Die Entscheidung lag in ihrer gütigen Hand und ich hätte es ihr nicht verübelt, wenn sie mir auch den letzten Tropen genommen hätte, denn schon dort konnte sie über mein Herz verfügen, ganz nach ihrem Ermessen.

Was sie mir gab, war von buchstäblich unenlichem Ausmaß. Einer Erlösung gleich, die mich von der Zeit und vielen Seiten der Welt, die ich so hasse trennt.

Ich will so viel mehr sein, als nur ihr Kind aber genug Zeit um aufzuholen, was ich bisher verpasst habe, steht mir nun ja zu.

Richard Benjamin Cohan

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Bei dir

Deine Gegenwart macht jeglich andre obsolet.
Das freundlichste Lächeln tut das geringste, deinen Anblick zur größten Wonne zu erheben.
Fast möchte ich dich mit mir reißen, in eins der nahen Studios.
Kein Makel scheint dich zu behaften, der Schleier der Dunkelheit, das Dämmerlicht tun nichts zu deinem Vorteil, ab ins Scheinwerferlicht mit dir!
Kein Film oder Sensor könnten gerecht dir werden, doch genügten sie, alles andre verblassen zu lassen.
Deine kühlen Finger fassen meinen Arm und meine Brust droht mir zu zerspringen, unter Last des Atems deiner.
Wie Schrappnell, durchstoßen die Splitter des zersprungnen Herzens meine Lungenflügel und sollt mich jetzt der Tod ereilen, würd ich in brennender Dankbarkeit vergehn und bis zum End meine Netzhaut um jedes Bröckchen Bild anflehn.

So etwas passiert, wenn hoffnungslose Romantiker mit einem Hang zur Dramatik und expliziten Gewaltdarstellungen ihren Gedanken ein wenig freien Lauf lassen, nachdem sie eine hübsche Frau kennen gelernt haben, aber welche Frau möchte schon lesen, dass ihre Hülle so ins Zentrum gestellt wird?

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An der Schreibmaschine

Wer kennt es nicht? Man verfällt beim schreiben in eine Manie, liebt seine gerade entsprungene Idee und verfolgt sie, schmückt sie aus. Neue Charaktere wandern in das Buch, nicht irgendeines, in das Buch. Man liebt sie und kann sie sich aus der Geschichte nicht mehr wegdenken, ein Fortbestand ohne sie, undenkbar. Sobald die Magie oder Manie, wie man denn nun will, verflogen ist, fängt man an, auf einen Schlag und eifrig aus dem Skript zu reißen, mit beiden Händen. Alle Seiten, die Bühne für neue, und wie verzweifelt festgestellt, völlig unpassende Charaktere waren, werden entfernt. Gute wie Schlechte wandern auf die Feuerstelle und schaffen einander einen heißen Todeskampf.
Doch wenn man verzweifelt an seiner Geschichte sitzt, nicht weiter kommt und den Kopf wieder einmal in die Hände sinken lässt, weht der Wind ein kaum mehr lesbares Stück Papier in den eigenen Schoß, eine Erinnerung an eine Szene, die man lang vergessen glaubte und das Herz wird noch schwerer als es ohnehin schon ist.

Die Manie der Liebe, führt einen oft auf seltsame Wege, wenn man gerade gemütlich sein Buch des Lebens vor sich hin tippt. Die Seiten, die einem in den Schoß flattern sind ein Symbol für vergangene Partner, die einem besser im Gedächtnis geblieben sind, als man erwartet hätte. Sich in vergangene Tage zurück sehen ist nichts für mich, aber das bringt die Unzufriedenheit nunmal mit sich, die seltsame Wendungen nehmen kann. Es heißt zwar, dass alte Liebe nicht rostet, aber meistens ist ein Kapitel für mindestens einen der ehemaligen Partner abgeschlossen, versiegelt und verstaut oder verdrängt.
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Die Liebe

Sie manifestiert sich ungefragt in Flirt, Film und allerlei.
Bringt dir Freuden, Segen, Zankerei und schlägt dir auch mal das Herz zu brei.
Doch was wären wir ohne sie, doch niemals wirklich frei?
Ob Knabe oder Mädel, wer in ihren Genuss kommt will nicht mehr von ihr lassen, oder ist es die Suche nach Prinz oder Prinzessin? Denen brachte die Liebe übrigens immer besondere Scherereien ein, da sie ja nicht lieben durften, wen sie wollten, doch genug der hohen Schwafelei.

Er dachte sich, diese dort, soll mein Weibe sein, drum lud er sie im Schankhaus ein. Er gab ihr Wein, Herz und Gedichte, doch wars wirklich sie die er begehrte? Sie wusst es nicht, denn Knaben, Buben und Gesellen sind schnell gelenkt, von Orten, fern von ihrem Hirn. Drum dacht sie, lass ich ihn sich stellen seinen Qualen, ihn bürgen, Arme drücken, sich schinden und mich anschauen bis er bittet zu erblinden. Doch gleich was sie tat, sein Wille wurd nicht schwächer, gleich wie gequetscht, gleich wie sehr es ihn zu erdrücken drohte. Durch die Prüfungen, ihm auferlegt aus Vorsicht und der ihre Angst, wurde er härter, immer härter und kalt wie alter Stahl.
An dem Tage, den sie auserkoren um ihn sich freien zu lassen, ward sein Herz so kalt und hart wie er geworden. Sein Wille war noch dort, doch sein Gefühl mag nie wieder kehren in gleich flammender Gestalt. So schwand sie ihm entfort, erschrocken vor der eignen Tat, ertränkte sich im Weiher nah der Mühle und sank tief zu Grund. Mit dem Willen stark wie eh und je, begann er duch das Land zu ziehn, sie zu finden und zu freien, doch er sollt sie niemals finden.
So streift er noch heut umher, unermüdlich, stark und kühl.

Eine Freundin hatte mich gebeten, etwas zum Thema Liebe zu schreiben, hier zu lesen ist die Erfüllung ihres Wunsches. Wieder einmal ein tragisches Ende, aber das kommt halt mal vor, wenn man den Geliebten zu vielen Strapazen und Prüfungen aussetzt. Im nachhinein ist der Text mir zu sehr Romeo und Julia abklatsch, aber vielleicht gefällt es ja irgendwem icon smile Die Liebe

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Der Funke

Teil des Kollektivs,
die Hitze verbindet
auch wenn mal jemand verschwindet.

Es wird enger,
wird näher zusammen gerückt,
so mancher erdrückt.

Steht man oben,
oder liegt man darunter,
am Ende verbitter, oder munter?

Die Prüfung naht,
noch hast du nichts beendet,
noch bist du nicht ganz verschwendet.

Der Hammer fällt,
mit tosendem Knall,
bist getrennter Funke, in heißem Fall.

Deine Welt verlassend,
brennst du schnell und einsam fort,
bereust du, willst zurück an geborgnen Ort?

Der letzte Quant,
deines Funkens erlischt,
siehst nie mehr deine Brüder, neu vermischt.

Der Vorhang fällt,
der Besen der dich aufkehrt,
den bist du nicht mehr wert.

Mit diesem Gedicht versuche ich unser Streben nach Erfolg darzustellen. Ein wenig mit dem Gedanken an Billy Talents Fallen Leaves in dem es heißt: “Run away before you drown, or the streets will beat you down”, wer nicht kämpft verliert und bleibt unten. Die ganze Szene in eine Metallfabrik zu verlagern war für mich ganz logisch, da sich die Zeit eines Funkens im Flug zur Lebensdauer des Stahls ungefähr so verhält wie der Erfolg eines einzelnen im Verhältnis zur gesamten Menschheitsgeschichte. Am Schluss ist das Individuum verbraucht, auf die eine oder andere Weise und somit vergessen und nutzlos.

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