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An der Schreibmaschine

Wer kennt es nicht? Man verfällt beim schreiben in eine Manie, liebt seine gerade entsprungene Idee und verfolgt sie, schmückt sie aus. Neue Charaktere wandern in das Buch, nicht irgendeines, in das Buch. Man liebt sie und kann sie sich aus der Geschichte nicht mehr wegdenken, ein Fortbestand ohne sie, undenkbar. Sobald die Magie oder Manie, wie man denn nun will, verflogen ist, fängt man an, auf einen Schlag und eifrig aus dem Skript zu reißen, mit beiden Händen. Alle Seiten, die Bühne für neue, und wie verzweifelt festgestellt, völlig unpassende Charaktere waren, werden entfernt. Gute wie Schlechte wandern auf die Feuerstelle und schaffen einander einen heißen Todeskampf.
Doch wenn man verzweifelt an seiner Geschichte sitzt, nicht weiter kommt und den Kopf wieder einmal in die Hände sinken lässt, weht der Wind ein kaum mehr lesbares Stück Papier in den eigenen Schoß, eine Erinnerung an eine Szene, die man lang vergessen glaubte und das Herz wird noch schwerer als es ohnehin schon ist.

Die Manie der Liebe, führt einen oft auf seltsame Wege, wenn man gerade gemütlich sein Buch des Lebens vor sich hin tippt. Die Seiten, die einem in den Schoß flattern sind ein Symbol für vergangene Partner, die einem besser im Gedächtnis geblieben sind, als man erwartet hätte. Sich in vergangene Tage zurück sehen ist nichts für mich, aber das bringt die Unzufriedenheit nunmal mit sich, die seltsame Wendungen nehmen kann. Es heißt zwar, dass alte Liebe nicht rostet, aber meistens ist ein Kapitel für mindestens einen der ehemaligen Partner abgeschlossen, versiegelt und verstaut oder verdrängt.
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One Response to “An der Schreibmaschine”

  1. Luna Cassandra says:

    “Denn schon morgen wird diese Nacht Erinnerung sein. Schau – ein neuer Tag beginnt” (Cats – Erinnerung)

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