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Reisebericht: Berlin

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Samstag

Irgendjemand sagte mir mal, dass man nicht weit damit käme, spontan zu reisen und zu schauen wohin einen der Weg führt. Spätestens nach diesem Wochenende kann ich das nur als für mich ganz und gar nicht zutreffend abtun.

Mit meiner Süßen, GPS-Gerät für Waypoints und zur Orientierung, der am Bahnhofskiosk frisch erworbenen PHOTOGRAPHIE und etwas Schreibzeug bewaffnet erklomm ich die Stiegen des Zuges, der mich näher an Berlin bringen sollte. Akkus voll, Speicherkarten leer, alles klar. pebcak war auch so lieb mir Last-Minute noch ein paar Tipps für Übernachtungsmöglichkeiten zukommen zu lassen (Dickes Dankeschön nochmal). Der Nieselregen wurde eigentlich nie zu heftig und meine Süße hat jeden Tropfen gut weggesteckt.

Friedhof und Brechts Grab

Auf dem Weg vom Hauptbahnhof in die Stadt kam ich an dem äußerst sehenswerten Dorotheenstädtischen Friedhof vorbei. Dieser Friedhof ist der schönste, den ich bisher besucht habe, da die Gräber und kleinen Kapellen wirklich einzigartig und unglaublich vielfältig sind. Die größten Sehenswürdigkeiten dort waren das Grab von Bertolt Brecht und Ernst Litfaß. Es war ein bewegender Moment an Brechts Grab zu stehen, auch wenn ich sonst nicht viel von diesem klassischen Totenkult halte.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!

-Bertolt Brecht

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Demonstration gegen Kapitalismus und Sparmaßnahmen

Polizisten gab es einmal in Kampfanzug und einmal mit leuchtenden Anti-Konflikt Team Westen, eine sinnvolle Entscheidung, wie ich finde. Die freundliche Polizistin auf dem Foto war sehr kooperativ, als ich sie fragte, ob ich ihre Weste mit der Demo im Hintergrund fotografieren könne. Die Parolen der Linken waren scharf und von radikaler Veränderung war die Rede. Polizisten wurden als Spastis bepöbelt und mussten Sprüche wie: “Wer A sagt, muss auch CAB sagen!“, erdulden (ACAB=All Cops Are Bastards). Die Stimmung blieb aber zumindest als ich dort war friedlich. Die Linke, Griechenland- und KPD-Flaggen waren auch zu sehen.

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Abendstimmung

Die jungen Damen und Herren, die für den WWF auf Spenderfang waren, haben mir noch ein paar freundliche Tipps gegeben wo ich ein paar nette Bars finden könnte und so machte ich mich auf den Weg, zunächst zum Kottbusser Tor.

Kottbusser Tor

Im Mano Cafe konnte ich Abends dann ein Schneider Hefe Weizen (Fazit: leckeres, mildes Bierchen) genießen, bevor es weiter ging. Draußen war wie vielerorts eine WM-relevante Leinwand und drinnen lief halblaut lateinamerikanische Musik. Da ist man doch froh, beim Einrichten seines Nachtlagers ein kurzes Powernapping eingeschoben zu haben. Die U-Bahn hat immernoch diesen unverwechselbaren Geruch, der einem beim ersten Atemzug klar macht, das man ihn viel zu lange nicht mehr in Nase und Lungen hatte.

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Simon-Dach Straße

Auch ein Tipp von einem netten WWF Anwerber: Die Simon-Dach Straße, eine derzeit offenbar angesagte lang gezogene Bar-Meile mit meist jungem und gemischtem Klientel. Bei den sommerlichen Temperaturen, ist nahezu jeder Außenbereich mit Tischen, Bänken und manchmal sogar Strandkörben ausgestattet. Die Auswahl an Cocktails ist groß und lässt kaum Wünsche offen. Ambiente und Musik für jeden Geschmack ist vertreten, sogar eine Metal-Bar habe ich gesichtet. Das Gemisch aus Sprachen tut jedem gut, der aus einer Großstadt kommt, wie ich. Man fühlt sich in der Multi-Kultur daheim. Eine Stadt, die niemals schläft, für alle die schlafen wollen, wenn sie Lust darauf haben.

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Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor war wundervoll bei Nacht, nicht zuletzt aufgrund der dramatischen Beleuchtung. Der Unterhalt kostet pro Jahr angeblich 200.000€, inkl. Strom für die Beleuchtung und die Security die Sprayer und Tagger verscheucht. Eine unterhaltsame Begebenheit hat sich wohl ereignet, als jemand eine Säule hinauf klettern wollte, sich dabei 3-fach das Steißbein brach und die Stadt auf Schmerzensgeld verklagen wollte, weil da ja kein Schild mit “Vorsicht: Ruschgefahr!” gewesen wäre. Wir sind hier nicht in Amerika. Außerdem wurde wohl vor nicht all zu langer Zeit ein Hakenkreuz auf den Steinplatten nahe des Tors aufgesprüht.

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Sonntag

Der (mir ganz und gar nicht) heilige Sonntag begann um 9:30 als ich meine Pension mit Gepäck und ohne Schlüssel, nach ein paar Stunden Schlaf, verließ.

Berliner Floh- und Kunstmarkt

Auf einem Flohmarkt erwarb ich 3 alte Fotografien. Sie zeigen einen Mann in Wehrmachtuniform und 2 Relikte aus DDR-Zeiten. Es ist faszinierend durch die alten Aufnahmen aus unbestimmbaren Quellen zu blättern und Momente in den Händen zu halten, die Schlüsselmomente in den Leben der Abgebildeten gewesen sein müssen. Ostalgie, DDR-Relikte und Bücher zu Krieg, Mauer und sonstiger Berliner Vergangenheit waren die Hauptbestandteile.

Weiter ging es über den Kunstmarkt, auf dem Künstler von jung bis alt ihre Werke vorstellten und verkauften. Von Malerei, Grafik, Siebdruck, Radierung über Keramik, Glas und Ramsch. Eine nette Unterhaltung hatte ich unter anderem mit einem der Herren von trilografie.de. Wie die Bilder auf die Kunststoffplatten gedruckt werden, wollte er mir aber dennoch nicht verraten icon wink Reisebericht: Berlin Die Fotografien sind in jedem Fall einen Blick wert und eine, in meinen Augen kostengünstige Dekoration für die eigene Wohnung.

Auf der Museumsinsel konnte ich auch noch eine trainierende Frisbeemannschaft beobachten, die 4 gegen 4 spielten. Für mich eine neue Erfahrung und deutlich spannender als Fußball (bye bye WM-Hype :)).

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Holocaust Mahnmal

Das Holocaust Mahnmal war mal wieder ein ganz eigenes Erlebnis. Von Außen undurchschaubar und wenn man in die engen Gänge eintaucht beklemmend und isolierend. Die großen Blöcke schaffen eine bedrückende Atmosphäre, sodass man froh ist sie passiert zu haben, wenn man wieder eine der vielen kleinen Kreuzungen erreicht und wieder etwas Platz für sich hat.

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Fazit

Die Stadt ist sternhagelvoll von Street Art, Mode, Kränen, Baustellen, Wandel und hübschen jungen Damen icon wink Reisebericht: Berlin Die Kontraste haben mich besonders bewegt und ich habe versucht sie ein wenig mit diesem Bild festzuhalten:

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und hier noch ein paar Beispiele für die Street Art:

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3 comments already

3 Responses to “Reisebericht: Berlin”

  1. Dankeschön,
    ist echt toll geschrieben und super Fotos dabei da bereue ich glatt nicht mitgekommen zu sein. Ich fand allerdings das Foto vom Brandenburger Tor im Quervoramt besser.

    Gruß Lennart

  2. Biest says:

    Oh, dann bin ich ja gar nicht die einzige, die das Bild am besten fand. *g
    Dieses Bild gefällt mir auch am besten. :)
    Aber wer ist denn Simon Dach? :D:D Noch nie von dem gehört :)
    Lg ^.^

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